30.01.2020

Blühflächen, Kompensation, Flächenverbrauch, Tierbestände

Foto: (v.l.n.r.) Johannes Bartelt, Malina Kruse-Wiegand, Deirdre Lange-Eekhoff, Matthias Beckwermert und Josef Hugenberg wollen dem Naturschutz mehr Beachtung verleihen.

BUND und Grüne wollen Volksbegehren Artenvielfalt unterstützen

Dissen – BUND und Grüne in der Region Osnabrück wollen das geplante Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt unterstützen, das demnächst niedersachsenweit gestartet werden soll. Über aktuelle Naturschutzfragen sprachen Vertreter von Naturschutzverband und Partei im Lernstandort Noller Schlucht.

BUND-Geschäftsführer Matthias Beckwermert informierte über die Anlegung von Blühflächen, um Insekten wieder eine Lebensgrundlage zu bieten. Inzwischen betreue der BUND ca. 14 ha Blühflächen, was einen erheblichen Betreuungsaufwand für die Ehrenamtlichen bedeute und finanzielle Unterstützung benötige. Bis Mai solle der Lückenschluss „Blühender Landkreis“ eines langen Streifens von Blühflächen vollendet werden.

Initiativen für Gründächer kündigte die Grünen-Kreisverbandssprecherin Deirdre Lange-Eekhoff an. „Das kommt nicht nur vielen Tieren zugute, sondern filtert Schadstoffe, dämmt das Gebäude und bremst den Wasserabfluss“, so die Dissener Ratsfrau. BUND-Vertreter Josef Hugenberg kündigte an, der Verband werde weiterhin den Kommunen Nisthilfen für Wildbienen zur Verfügung stellen.

Als dringlich wurde die Aufarbeitung der Rückstände bei der Realisierung von Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur angesehen. „Es darf nicht länger hingenommen werden, Bebauungspläne in den Kommunen zu beschließen und dann den Naturschutz zu den Akten zu heften“, so Grünen-Geschäftsführer Johannes Bartelt. Für geltendes Recht müsse in der Kreisverwaltung ausreichend Personal bereitgestellt werden.

Stark reduziert und nachhaltig geplant werden muss nach Auffassung von BUND und Grünen der Verbrauch kostbarer Grün- und Landwirtschaftsflächen für Verkehr, Wohnen, Gewerbe und Industrie. „Ziel ist ein lebenswerter Landkreis auch in 50 Jahren und der Erhalt unserer Lebensgrundlagen“, appellierte das Meller Kreisvorstandsmitglied Malina Kruse-Wiegand. Dies müsse die Perspektive bei heutigen Bebauungsplanungen sein.

„In der Landwirtschaft ist eine Wende zu geringeren Tierbeständen und teureren Fleischpreisen unausweichlich“, stellte Beckwermert fest. Als beispielgebend nannte der BUND-Vertreter die Zusammenarbeit von Landwirten und Naturschützern im Artland. Agrarsubventionen müssten zukünftig auf die Landschaftspflege konzentriert werden.

Um diesen Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen, wollen BUND und Grüne das anstehende Volksbegehren für Artenvielfalt in Niedersachsen unterstützen. Dafür müssen in einem halben Jahr Unterschriften von 10% der Wahlberechtigten gesammelt werden, im Landkreis Osnabrück knapp 30.000.

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