31.07.2017

Verlinden zur Energiepolitik

Zum Gelingen der Energiewende sei das Fracking-Verbot unabdingbar, betonte die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, zu Gast in Quakenbrück. Denn Fracking verlängere das fossile Zeitalter. Schon der Schutz des Grundwassers verbiete es, giftige Chemikalien zur Gasförderung in den Boden zu pressen. Die Alternative laute Energieeinsparung und Erneuerbare Energien – auch im Wärmesektor.

Die Spitzenkandidatin der niedersächsischen Grünen zur Bundestagswahl zeigte sich optimistisch, am 24. September ein zweistelliges Ergebnis erreichen zu können. Der Koalitionsvertrag der neuen NRW-Regierung lasse Ungutes befürchten. Gerade die FDP sei im Zusammenspiel mit der CDU auf dem Umweltauge ziemlich blind. 

„Die neuen Entscheidungen aus England und Frankreich, aus Diesel- und Benzinmotoren auszusteigen, zeigen, dass wir Grünen auf dem richtigen Weg sind. Wir haben großen Rückhalt in der Gesellschaft für unsere Politik zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit“, so Verlinden. Der sozialverträgliche Kohleausstieg sowie die konsequente Durchsetzung technisch möglicher Abgasnormen würden zu den vorrangigen Positionen der Grünen gehören, sollte es zu Koalitionsverhandlungen kommen. Nur so seien die wichtigen Klimaschutzziele zu erreichen und die Wirtschaft für die Zukunft aufgestellt.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative „Frackingfreies Artland“, Maria Entrup-Henemann,  forderte, die zukünftige Bundesregierung müsse sich angesichts der für das Jahr 2021 angekündigten Neufassung des Fracking-Regelungspaketes endlich zu einem ausnahmslosen Fracking-Verbot durchringen. Im Hinblick auf die im Januar anstehenden Landtagswahlen sei wichtig, dass die neue niedersächsisches Landesregierung ihren rechtlichen Spielraum ausnutze und zum einen strikt an ihrer ausnahmslosen Absage zu Fracking im Schiefergas festhalte und zum anderen alle Mittel einsetze, um Fracking im Sandstein sowie Verpressbohrungen zu verhindern.

Der Grünen-Bundestagskandidat für der Wahlbereich Osnabrück-Stadt, Günther Westermann, sicherte zu, seine Möglichkeiten zu nutzen, weder im Artland noch an anderer Stelle im Osnabrücker Land Fracking-Versuche zuzulassen. Vielmehr sei der Kreistag aufgefordert, engagiert seinen Beschluss umzusetzen, bis zum Jahr 2030 den Landkreis vollständig mit Strom aus Erneuerbaren Quellen zu versorgen sowie das baldmöglichst auch für die Bereiche Wärme und Verkehr zu erreichen.

Dazu gehöre auch, die Abhängigkeit vom RWE über den Besitz von 2 Mio Aktien endlich zu beenden, erklärte Rainer Kavermann. „Mit ihrer Zögerlichkeit schaden CDU und SPD der Entwicklung einer regionalen Energiewirtschaft“, betonte der Fraktionsvorsitzende im Kreistag. Mit Handwerk und jedem Privathaushalt dürften die Chancen einer dezentralen Versorgungsstruktur nicht länger vertan werden.

Für ihn sei der Nachweis der Erforderlichkeit neuer und verstärkter Stromtrassen noch längst nicht erbracht, ergänzte Ralf Gramann. Der Landtagskandidat kündigte an, weiterhin engagiert mit den Bürgerinitiativen gegen die aktuellen Stromtrassenplanungen zusammenzuarbeiten. Erst wenn der Nachweis der Erforderlichkeit erbracht sei, gelte es, schadensminimierende Lösungen wie die Erdverkabelung zu suchen. Unterstützung für „Frackingfreies Artland“ sei schon deshalb wichtig, um zukünftig giftfreies Trinkwasser garantieren zu können.

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